1933

Unter besonderen Druck gerät der Bahnhofsbuchhandel im nationalsozialistisch regierten Deutschland. Die Bahn kann dem Pächter fristlos kündigen, wenn er zur „Verbreitung von Büchern und Schriften, die das nationalsozialistische Kulturgut gefährden“ beiträgt.

1945

Nach dem 2. Weltkrieg sind 90 Prozent der Bahnhöfe zerstört. Viele Pächter ergreifen die Initiative und beginnen, ihre Räume aus eigenen Mitteln wieder aufzubauen und herzurichten.

Die Buchhandlung Lengerke in Köln: Der Verkauf lief zuerst in Form eines Kiosks. Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln.

1947

Der Verband wird mit Sitz in Hamburg unter dem Namen „Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler e. V.“ neu gegründet. Die Mitglieder übertragen Dr. Georg H. Stilke den Vorsitz.

In der Nachkriegszeit: Bahnhofsbuchhandlung Stilke in Hamburg-Bergedorf im Jahr 1948. Quelle: Valora Retail

1951

Im Dezember 1951 werden wichtige Gesetze erlassen, die die Aufgaben und den Betrieb der Deutschen Bahn betreffen. Sie verpflichten dazu, „den Anforderungen des Verkehrs Rechnung zu tragen“. Für die Servicebetriebe im Bahnhofsbereich (natürlich einschließlich der Zeitungskioske und der Buchhandlungen) bedeutete dieser Auftrag, dass Reisende und andere Besucher der Bahnhöfe auch außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten mit Reisebedarf versorgt werden sollten.

Der wirtschaftliche Aufschwung der 1950er Jahre steigerte auch die Nachfrage nach Presse. Quelle: Schmitt & Hahn

1957

Der Bahnhofsbuchhändler Gerhard Ludwig eröffnet einen Taschenbuchladen im Kölner Hauptbahnhof. Viele Kollegen folgen seinem Beispiel.

Eine weitere Form von Reiselektüre: Romanhefte in den 1960er Jahren. Quelle: Schmitt & Hahn